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Freibadmodernisierung - Krumbach vor einer wegweisenden Entscheidung

Breitrutsche, Massagedüsen und Schaukelbucht

Freibad Konzept für Modernisierung des Nichtschwimmerbeckens und der Wassertechnik vorgestellt. Kosten in Höhe von 2,1 Millionen Euro. Stadtrat soll am 25. Februar entscheiden

Bau des Nichtschwimmerbeckens Anfang der 1960er Jahre.
Foto: MN-Archiv

Das volle Becken an einem heißen Sommertag. 
Foto: Keller
Die bestehende Rutsche soll im Wesentlichen erhalten bleiben.
Foto: P. Bauer
Erneuert werden sollen auch Teile der veralteten Technik.
Foto: Peter Bauer

VON PETER BAUER

Krumbach Im vergangenen Jahr war das 50-jährige Bestehen des Freibades gefeiert worden. Und so manches war in den vergangenen Jahren im Bad erneuert worden. Neues Planschbecken, neuer Edelstahlrand („Kopf“) für das Schwimmerbecken, neue Wärmepumpenheizung und Duschen. Doch ein Großteil der Wassertechnik ist so alt wie das Bad selbst – und buchstäblich in die Jahre gekommen. Ebenso das Nichtschwimmerbecken. Das mit einer Folie ausgekleidete Becken gleicht einem Flickenteppich, Reparaturen werden immer schwieriger. So sehen Bürgermeister Hubert Fischer und die Verantwortlichen bei der Stadt einen dringenden Handlungsbedarf. Sie plädieren für ein neues Becken aus Edelstahl mit zahlreichen Attraktionen wie neuer Breitrutsche, Massagedüsen oder auch Schaukelbucht.

Seit mehreren Monaten laufen erste Vorplanungen, in das Projekt mit einbezogen wurde das Büro Möller und Meyer aus Gotha, das auf die Planung von Freibädern spezialisiert ist. Dessen Vertreter Dirk Hartisch stellte jetzt in der Sitzung von Haupt-/Werkausschuss und Bauausschuss Eckpunkte der Planung vor. Er verwies darauf, dass der Zustand der Beckenfolie „immer schlimmer“ geworden sei. Die Reparaturmöglichkeiten würden immer weniger werden. Das neue Becken würde mit 1030 Quadratmeter Wasserfläche etwas kleiner als das bisherige werden (bislang rund 1170 Quadratmeter), aber das würde kaum auffallen. Durch die neuen Attraktionen würde das Bad „attraktiv und konkurrenzfähig“ werden. Neben zahlreichen Neuerungen sei auch ein Schwimmbereich eingeplant, der überdies für Wassergymnastik genutzt werden könne. Der Zugang zum Becken erfolge über Stufen und einen daneben liegenden, flach abfallenden „Strandbereich“. Dies mache den Zugang für behinderte Menschen leichter. Neben der Breitrutsche soll die bisherige Rutsche weiter genutzt werden, aber mit einem Sicherheitsauslauf versehen werden.

Finanzierung über Kreditaufnahme

Dietmar Müller, Leiter der Stadtwerke, stellte mögliche Finanzierungskonzepte über eine Darlehensaufnahme vor. Die Kreditaufnahme würde durch die Stadtwerke erfolgen, zur Abfinanzierung des Projekts wäre der städtische Verwaltungshaushalt jährlich über 25 Jahre mit rund 100 000 bis 150 000 Euro belastet. Bürgermeister Fischer sprach sich dafür aus, das Projekt anzugehen. Das Bad werde von der Bevölkerung gut angenommen. Er hofft, dass der Förderverein rund 100 000 Euro zur Finanzierung beitragen kann.

„Schön wäre das schon, aber auch teuer“, meinte Wilhelm Kielmann (CSU). Er verwies auf die jährliche Belastung des Verwaltungshaushaltes und stellte die Frage, ob das Landratsamt da zustimme. Kämmerer Hubert Bühler sprach von einer Anstrengung, aber sie sei machbar. Mit dem Landratsamt sei er bislang noch nicht in Kontakt getreten. Ein attraktives Bad sei wünschenswert, meinte Klemens Ganz (UFWG). Er sei von der Planung begeistert, aber man müsse sich auch die Frage stellen, ob man auf einzelne Elemente doch verzichten könne. „Man braucht Attraktionen, um konkurrenzfähig zu sein“, entgegnete der Planer. Johann Geiger (JW/OL) erkundigte sich, ob der Edelstahl durch die Sonne stark aufgeheizt werden könne. Dies sei kein Problem, erklärte der Planer, denn die meisten Elemente des Beckens würden sich im Wasser befinden. „Eine echte Alternative haben wir ja nicht“, meinte 3. Bürgermeister Dr. Josef Langenbach (UFWG). Krumbach wolle sich zur „Gesundheits- und Wohlfühlstadt“ entwickeln. Dazu gehöre mit Blick auf die Konkurrenz in der Nachbarschaft auch ein schönes Bad. Wenn man saniere, dann solle es „gleich etwas Gescheites“ sein. Mathias Müller (UFWG) erkundigte sich nach den Außenanlagen. Sie sollen komplett neu gestaltet werden, aber Teile der bisherigen Anlagen könnten wohl wiederverwendet werden, erläuterte der Planer.

Nun sind die Fraktionen am Zug

Angesichts der Kosten von gut zwei Millionen habe er „schon geschluckt“, sagte 2. Bürgermeister Gerhard Weiß (CSU). Er verwies darauf, dass auch die Sanierung von Mittelschule und Stadtsaal anstünde. Er habe die Planung seinen Kindern gezeigt. Die hätten dann gesagt: „Papa, zustimmen!“ Das werde er dann wohl auch machen. Weiß und Gerhard Ringler (CSU) sprachen auch die Gastronomie an. Dies sei ein anderes Thema, meinte Bürgermeister Fischer. Eine grundsätzliche Neugestaltung sei nur mit einem Investor möglich. Fischer hob ferner hervor, dass die vorgelegten Zahlen nicht geschönt seien, sondern auf realistischen Kalkulationen basieren würden. Für weitere Informationen steht Werkleiter Müller den Fraktionen zur Verfügung. Und dann kommt es am 25. Februar zur Entscheidung.

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aus Mittelschwäbische Nachrichten, MITTWOCH, 6. FEBRUAR 2013