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Flusswasser-Wärmepumpe im Krumbacher Freibad

Die Flusswasser-Wärmepumpe im Krumbacher Freibad spart Energiekosten und vermeidet 100 Tonnen CO2 pro Jahr

Heizenergie aus der Kammel

Die Energieversorgung des Krumbacher Freibades ist richtungsweisend: Eine zweistufige Wärmepumpe mit einer Wärmeleistung von 650 kW beheizt das Wasser. Die Anlage nutzt dabei - umweltschonend - das Flusswasser der Kammel, die hinter dem Freibad vorbeifließt. 40.000 Euro Energiekosten spart die Stadt Krumbach dadurch pro Jahr. Und vermeidet 100 Tonnen CO2-Emissionen.

Hubert Fischer, Erster Bürgermeister der Stadt Krumbach (r.) und LEW-Wärmepumpenexperte Aron  Pöhlmann, Geschäftsführer des Überlandwerks Krumbach (ÜWK), vor der Flusswasserwärmepumpe im Freibad Krumbach

Die Liste der Ehrengäste war lang, als am 5. August 1962 das Freibad in Krumbach eröffnet wurde. Dr. Bruno Merk, Landtagsabgeordneter, Landrat des Landkreises Günzburg und später bayerischer Innenminister, war einer der Redner, ebenso Krumbachs langjähriger Bürgermeister Franz Aletsee. Karl Kling, zur damaligen Zeit Zweiter Bürgermeister der Stadt Krumbach, weihte das Becken gemeinsam mit dem Stadtrat und Fabrikant Ludwig Faist mit Sprüngen vom Sprungturm ein.

Heute bietet das 35.300 Quadratmeter große Freibad drei Becken mit einer Wasserfläche von insgesamt 2.060 Quadratmetern: ein Schwimmerbecken mit sechs Bahnen und Sprungturm, ein Nichtschwimmerbecken mit Rutschbahn und ein Kinderplanschbecken. Die Bilanzsumme der Anlage liegt aktuell bei knapp 3,7 Millionen Euro.

In zwei Jahren feiert Krumbach das 50-jährige Bestehen der Anlage. Es war der Jahrhundertsommer 2003 in Deutschland, der - wie fast allen anderen Freibädern auch - den bisherigen Rekordbesuch bescherte: 124.364 Personen passierten damals die Kassen.

Bis zu 4.000 Besucher zählt die Anlage an schönen Tagen. Darunter auch, so oft es geht, Krumbachs Erster Bürgermeister Hubert Fischer mit seiner Familie. Wenngleich, wie er sagt, die Freizeit eines Bürgermeisters knapp bemessen sei.

Bis zu 4.000 Besucher zählt die Anlage an schönen Tagen. Darunter auch, so oft es geht, Krumbachs Erster Bürgermeister Hubert Fischer mit seiner Familie. Wenngleich, wie er sagt, die Freizeit eines Bürgermeisters knapp bemessen sei.  

Wassertemperatur bei 24 Grad

Die Wassertemperatur beträgt 24 Grad. Beheizt wird das Wasser von einer Quantum Wärmepumpe der Firma Axima, die rund 800 Stunden im Jahr in Betrieb ist. Sie erreicht eine elektrische Leistung von 130 Kilowatt. Ihre Leistungszahl ist – bedingt durch die geringen Temperaturdifferenzen zwischen der Wärmequelle und der Badetemperatur – größer als fünf: Das bedeutet, dass mit einer Kilowattstunde (kWh) Strom fünf Kilowattstunden Energie erzeugt werden können. 


 „Die Stadt Krumbach spart gegenüber einer Ölheizung durch den Einsatz der Wärmepumpe rund 77 Prozent der Energiekosten“, erklärt Arno Pöhlmann, LEW-Wärmepumpenexperte und Geschäftsführer des Überlandwerks Krumbach (ÜWK). „Das sind 40.000 Euro pro Jahr und 65 Prozent oder 100 Tonnen CO2-Emissionen.“

Ein weiterer Vorteil sei, so der Erste Bürgermeister Hubert Fischer, die enorme Flexibilität in der Betriebsführung, bedingt durch die hohe Leistung der Wärmepumpe. „Die Wassertemperatur kann innerhalb weniger Stunden entsprechend der jeweiligen Wetterlage angepasst werden. Verbunden damit ist auch die Möglichkeit der Verlängerung der Badesaison.“

Das erhöht die Einnahmen des Freibades. Vorausgesetzt, die Sonne scheint. Zu lange Trockenheit sieht Bürgermeister Hubert Fischer jedoch mit einem lachenden und einem weinenden Auge: Die Stadt Krumbach ist Eigentümerin von großen Flächen Wald. „Am besten, es regnet immer nachts und tagsüber scheint die Sonne.“ Sagt er und schmunzelt.

aus LECHWERKE KOMMUNAL Magazin, Nr.3