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„Rumpfbad“ wäre eine bittere Alternative

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VON PETER BAUER
Freibaderneuerung

Klasse: Beim Blick auf die Planung für das neue Nichtschwimmerbecken kommt dieses Wort spontan über die Lippen. Breitrutsche, Massagedüsen, Regentore und vieles mehr. Das Konzept überzeugt und dürfte sowohl Kinder, Jugendliche, Familien und ältere Personen gleichermaßen ansprechen. Es dürfte das Freibad gegenüber Bädern der Nachbarschaft, gegenüber der Wakeboardanlage Thannhausen oder der Naturtherme Bedernau konkurrenzfähiger machen. Reine Schwimmbäder sind heute längst gewissermaßen Ladenhüter geworden. Nur noch durch entsprechende Attraktionen lassen sich die Menschen in anhaltend großer Zahl dauerhaft ins Bad locken. Das alles haben die Planer mit ihrem neuen Konzept bedacht.

Doch dann ist da auch der Blick auf die Kosten. 2,1 Millionen. Puuh! Das lässt auch einen passionierten Freibadgänger wie den Autor dieser Zeilen ganz schön durchatmen. Und an die durchaus schwierige Finanzlage der Stadt denken. Ist das mit Blick auf andere Projekte wie Stadtsaal oder Mittelschulsanierung zu schaffen? Wenn ja, wie? Kann Krumbach die derzeit für Kreditaufnahmen günstige Situation nutzen? Gibt es beim Konzept selbst und in anderen Bereichen Einsparmöglichkeiten? Wird dann das Landratsamt die Finanzierung mittragen? Entscheiden soll der Stadtrat bald, am 25. Februar. Etwas mehr zeitlicher Spielraum für die wegweisende Entscheidung wäre gut gewesen. Aber die Verantwortlichen der Stadt haben die Grundlagen für die Diskussion solide vorbereitet. Sie halten die Finanzierung für einen Kraftakt, aber für machbar. Die Kommunalpolitiker sind nun bis zum 25. Februar aufgefordert, dies auf Herz und Nieren zu prüfen – und hoffentlich einen gangbaren Weg zu finden.

In der Diskussion fiel auch das Stichwort „Gesundheits- und Wohlfühlstadt“: Dahin möchte sich Krumbach entwickeln. Eine Gesundheitsstadt mit einer Art „Rumpfbad“, mit einer Nichtschwimmerbecken- Ruine ist aber kaum vorstellbar. Nur noch ein „Rumpfbad“: Das wäre ein Stück weniger Lebensqualität in Krumbach.

aus Mittelschwäbische Nachrichten, MITTWOCH, 6. FEBRUAR 2013