Schriftgröße

Hoffnung auf den „Befreiungsschlag“

Freibadsanierung - Am Montag fällt die Grundsatzentscheidung im Stadtrat. Neben dem Nichtschwimmerbecken geht es auch um umfassende Erneuerung der Technik

VON PETER BAUER

Krumbach Keine Frage: Die Stadtratssitzung ist gehaltvoll am kommenden Montag. Der Haushaltsentwurf für das Jahr 2013 wird vorgestellt. Und dann geht es um die Sanierung des Krumbacher Freibades, die mit einer Gesamtsumme von rund 2,1 Millionen Euro veranschlagt ist. Neben einem Neubau des Nichtschwimmerbeckens spielt auch die Sanierung der Technik eine maßgebliche Rolle. Bürgermeister Fischer betont gegenüber den MN, dass die Technik auch dann saniert werden müsste, wenn kein neues Nichtschwimmerbecken gebaut würde. „Auch wenn es nur noch darum ginge, das Schwimmerbecken zu erhalten, müssten wir rund 1,2 Millionen Euro investieren“, meint der Rathauschef. Er hofft aber, dass eine solche Minimallösung vermieden werden kann und bei der Badsanierung eine Art „Befreiungsschlag“ gelingt.

Das Freibad Krumbach im Jahr der Eröffnung 1962: (vorne von links) Christina Schmid (geborene Ströbele), Hans-Peter Ströbele, Margot Reiter (geborene Ströbele) aus Krumbach im Nichtschwimmerbecken. Nun wird über die Sanierung des Bades (insbesondere des Nichtschwimmerbeckens und der Technik) entschieden.
Foto: Sammlung Ströbele

Das Bad ohne ein attraktives Nichtschwimmerbecken? So weit möchten Fischer und Dietmar Müller, der Leiter der zuständigen Krumbacher Stadtwerke, nicht denken. Zuletzt kamen jährlich rund 60000 Besucher ins Krumbacher Freibad. Müller geht davon aus, dass diese Zahl deutlich sinken würde, wenn es im Bad kein attraktives Nichtschwimmerbecken mehr gäbe. Und das Becken in seiner bisherigen Form – ein regelrechter Flickenteppich – ist wohl nicht mehr lange zu halten. Die Möglichkeiten einer Reparatur würden sich immer mehr reduzieren. So stehe man vor der Alternative: Neubau oder Ende für den Nichtschwimmerbereich.

„Hier geht es ja auch um Krumbach als Gesundheitsstadt.“ - Bürgermeister Hubert Fischer

Die Vertreter der Stadt heben aber auch hervor, dass die 2,1 Millionen Euro nicht allein in das Nichtschwimmerbecken investiert würden. Auf das Thema Nichtschwimmerbecken hatte sich die öffentliche Debatte zuletzt immer mehr konzentriert. Müller rechnet damit, dass für den Neubau des Beckens alles in allem rund 800000 Euro investiert werden müssten. Dies seien etwa 38 Prozent der Gesamtkosten. Für den Bereich Technik seien circa 925 000 Euro (etwa 44 Prozent der Kosten) anzusetzen. Bei den überdies anfallenden Nebenkosten seien auch diverse Honorare abgedeckt. So komme man am Ende auf voraussichtliche Kosten von etwa 2,1 Millionen Euro.

Saniert wurden vor einigen Jahren die Heizung (Wärmepumpe), Duschen und vor allem das Schwimmerbecken, nördlich des Schwimmerbeckens wurde auch ein neuer Schwallwasserbehälter eingerichtet.
Behälter dieser Art sorgen für eine Art Kreislauf mit dem Beckenwasser. Für das Nichtschwimmerbecken gibt es einen solchen Behälter nach Auskunft von Müller nicht. Gemäß neuer Vorschriften müsste er zwingend gebaut werden. Dies wäre aber nur ein Teil der anstehenden technischen Neuerungen wie Pumpen, Rohre, Filter. Ein nicht geringer Teil der bestehenden Technik ist so alt wie das Bad selbst, das 1961/62 gebaut wurde.

Auch das Nichtschwimmerbecken ist in großen Teilen seit den Anfängen unverändert. Vor rund 30 Jahren sei zwar, so Müller, eine neue Beckenfolie eingesetzt worden, doch die sei inzwischen so mit Flicken durchsetzt, dass niemand eine Prognose abgeben könne, wie lange sie noch halte. Die Stadt schlägt vor, das Becken in Edelstahl komplett neu zu gestalten. Kacheln seien keine Alternative. Sie würden durch Frost beschädigt. Daher kämen Kacheln hauptsächlich in Hallenbädern zum Einsatz. Auch der Blick in die Nachbarschaft zeigt, dass die Folientechnik als überholt gilt. Viele Bäder wie etwa Weißenhorn oder Burgau setzen auf den langlebigen, pflegeleichten Edelstahl. In Burgau werden die Becken mit Edelstahl ausgekleidet und die Technik komplett neu gestaltet. Die Kosten betragen hier rund 4,3 Millionen Euro. Mit der Planung für das Freibad hat die Stadt das Büro Möller und Meyer mit Sitz in Gotha und Niederlassung in Fürstenfeldbruck beauftragt. Fischer und Müller heben hervor, dass man vor der Entscheidung mit insgesamt vier Büros Gespräche geführt habe. Schließlich habe man sich für Möller und Meyer entschieden.

Wie geht es weiter mit dem Freibad? Fischer sieht den kommenden Montag auch als Tag einer Grundsatzentscheidung. Fischer und Müller sprechen sich eindeutig für eine Neugestaltung des Nichtschwimmerbeckens aus. In den vergangenen Jahren seien im Bad zahlreiche Bereiche saniert worden. Es wäre bitter, jetzt gewissermaßen auf halbem Weg stecken zu bleiben. Fischer: „Wir sind auf der Zielgeraden.“ Die Sanierung wäre ein „Befreiungsschlag“, der das Bad für viele Jahre fit machen würde. Ein schönes Bad wäre ein weiterer Baustein in einer familienfreundlichen Gesundheitsstadt Krumbach.

Freibadsanierung

  • Bau
    Das Bad wurde in den Jahren 1961/62 gebaut.
  • Sanierungspläne
    Die Stadt rechnet mit Kosten von insgesamt rund 2,1 Millionen Euro. Diese müssten durch eine Darlehensaufnahme durch die Stadtwerke finanziert werden. Die laufende Abfinanzierung müsste laut Werkleiter Müller über 25 Jahre über den städtischen Haushalt erfolgen. Der Verwaltungshaushalt (laufende Einnahmen und Ausgaben) wäre dann wohl jährlich mit rund 100 000 bis 150 000 Euro belastet. Müller weist darauf hin, dass sich das Projekt auf den Haushalt 2013 noch nicht auswirken werde, massiv dann erst ab 2015.
  • Kosten
    Von den rund 2,1 Millionen Euro Sanierungskosten würden laut Stadt rund 800 000 für den Bereich des Nichtschwimmerbeckens anfallen, etwa 925 000 für die Technik.
  • Attraktionen
    An neuen Attraktionen sind für das Nichtschwimmerbecken unter anderem eine Breitwellenrutsche, eine Schaukelbucht, Massagedüsen, eine Bodensprudelanlage, Schwallbrause und Wasserspieltore geplant. Die alte Rutsche soll weitgehend erhalten bleiben. Die neue Breitwellenrutsche (58 000 Euro) möchte der Freibad-Förderverein finanzieren.
  • Zeitplan
    Am kommenden Montag ist das Freibad ab 18.30 Uhr Thema im Stadtrat. Stimmt der Rat der Sanierung zu, dann könnte mit den Arbeiten am 1. September 2013 begonnen werden. Das Bad würde dann wegen der Arbeiten vorzeitig geschlossen. Zum Saisonbeginn 2014 würde dann ein modernisiertes Bad zur Verfügung stehen. (pb)

Nachgedacht von Peter Bauer... weiter lesen

aus Mittelschwäbische Nachrichten, SAMSTAG, 23. FEBRUAR 2013