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Mehr Lebensqualität

Nachgedacht
VON PETER BAUER

Das Krumbacher Freibad als eine Art „Rumpfbad“ ohne Nichtschwimmerbecken? Die Vorstellung ist alles andere als beflügelnd. Rund 60000 Besucher kamen zuletzt ins Bad, Werkleiter Müller rechnet damit, dass die Zahl in einem Bad ohne Nichtschwimmerbecken sehr schnell auf etwa 30000 sinken könnte. Angesichts der immer stärker werdenden Konkurrenz in der Umgebung wie etwa Wakeboardanlage Thannhausen, ein mit neuen Attraktionen versehender Oberrieder Weiher oder auch der Naturtherme Bedernau wäre dann das Ende des Bades wohl vorprogrammiert. Eine „Gesundheitsstadt“ Krumbach, die ihr Freibad schließt: ein geradezu bitterer Gedanke.

Zugegeben: 2,1 Millionen Euro Kosten (hauptsächlich für Sanierung der Technik und Neubau des Nichtschwimmerbeckens) – das stimmt auch einen passionierten Freibadgänger wie den Verfasser dieser Zeilen nachdenklich. Und das wird auch in der Bevölkerung durchaus kontrovers debattiert (siehe Voting). Die schwierige Finanzlage der Stadt ist bekannt. Und weitere Großprojekte wie die Stadtsaal- und Mittelschulsanierung sind zu schultern. So stehen die Stadträte am Montag vor einer schwierigen Entscheidung.

Aber ein reduziertes „Rumpfbad“ in einer familienfreundlichen „Gesundheitsstadt“? Am Ende vielleicht gar die Schließung des Bades, das Anfang der 60er-Jahre zu Krumbachs Symbol des „Wirtschaftswunders“ wurde? Das kann nicht der Weg sein. Die Sanierung des Bades wird teuer, aber danach würde sich das Bad über viele Jahre hinaus in einer neuen, attraktiven Qualität präsentieren. Ein runderneuertes Klassebad: Es wäre mehr Lebensqualität in Krumbach.

aus Mittelschwäbische Nachrichten, SAMSTAG, 23. FEBRUAR 2013