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Breite Mehrheit ist nötig

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VON PETER BAUER
Freibadsanierung

Kein Zweifel, es war ein ambitionierter Zeitplan: Vorstellung der Pläne für die umfassende Freibadsanierung am 4. Februar. Entscheidung am 25. Februar – bei Kosten von 2,1 Millionen Euro. Vielleicht der größte „Brocken“ der Stadt Krumbach neben dem Neubau der Kindergärten. Und dann stehen da noch andere Fragen im Raum: Der Stadtsaal, die Mittelschule, das Rathaus? Bleibt noch Geld für ihre Sanierung übrig? Was ist mit der Karl-Mantel-Straße? Wo soll die finanziell nicht auf Rosen gebettete Stadt ihre Schwerpunkte setzen? All das spielt bei der Entscheidung für oder gegen die Freibadsanierung eine wichtige Rolle. So ist nachvollziehbar, dass sich viele Stadträte am Montagabend in Sachen Freibad noch nicht zu einer Entscheidung in der Lage sahen. Und angesichts der Dimension des Projektes Freibad ist es wichtig, dass eine Entscheidung von einer breiten Mehrheit mitgetragen wird.

Sichtbar wurde am Montag, dass es wohl sinnvoll gewesen wäre, das Projekt Freibadsanierung noch im alten Jahr dem Rat zu präsentieren und dann mit längerem Zeitansatz darüber zu beraten. Es wurde deutlich, wie viel Detailfragen zu klären sind, wie viele Alternativen zu prüfen sind. All das braucht Zeit. Jetzt sind es noch drei Wochen mehr Zeit, am 18. März soll die Entscheidung fallen. Der „Gesundheitsstadt“ Krumbach ist es zu wünschen, dass die Räte einen Weg finden, das Krumbacher Bad zukunftsfähig zu machen. Bei den vorgesehenen neuen Attraktionen gibt es möglicherweise noch Planungsspielraum – und damit auch finanzielle Luft. Doch ein Bad ist heute nur noch mit einem modernen Nichtschwimmerbecken attraktiv. Eine Sanierung des Beckenkopfes reicht dafür langfristig wohl nicht aus, denn das Nichtschwimmerbecken ist in seiner Gesamtsubstanz schlichtweg am Ende. Ohne modernes Nichtschwimmerbecken: das wäre aber langfristig das Ende des Bades – an dem zuletzt immerhin 60000 Menschen jährlich ihre Freude hatten. Als passionierter Freibadgänger (dazu zählt sich der Verfasser dieser Zeilen) wünscht man sich ein klares Signal für das Bad. Aber klar ist auch: Ein solches Projekt ist nur mit einer breiten Mehrheit zu stemmen.

aus Mittelschwäbische Nachrichten, MITTWOCH, 27. FEBRUAR 2013