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Mit Badsanierung kann es losgehen

Stadtrat - Mehrheit für den Vorschlag der Stadt, der von Kosten von 2,1 Millionen ausgeht

Sandra Berger (links) und Kerstin Liebl sammelten rund 850 Unterschriften für „den Erhalt und die Sanierung“ des Freibades. Sie wurden vor der Stadtratssitzung an Bürgermeister Hubert Fischer übergeben. - Foto: Peter Bauer

VON PETER BAUER

Krumbach Sanierung des Freibades: Seit Wochen ist es wohl „das“ kommunalpolitische Thema in Krumbach. Am Montagabend fiel die Entscheidung im Krumbacher Stadtrat: Mit 20:4 Stimmen sprach sich der Rat (gegen die Stimmen der SPDFraktion) für die Neugestaltung von Nichtschwimmerbecken und Technik auf der Grundlage der Vorlage der zuständigen Stadtwerke aus. Dabei wird bekanntlich von Kosten in Höhe von rund 2,1 Millionen Euro ausgegangen. Das Nichtschwimmerbecken soll für rund 800 000 Euro in Edelstahl und mit verschiedenen Attraktionen wie einer Breitwellenrutsche saniert werden und ein neues Gesicht bekommen. Für die Sanierung der rund 50 Jahre alten Technik fallen laut Verwaltung alles in allem rund 925 000 Euro an. Die Bauarbeiten sollen am 1. September 2013 losgehen, das Bad soll dafür vorzeitig geschlossen werden. Zum Saisonbeginn 2014 soll dann das runderneuerte Bad zur Verfügung stehen.

Vor der Sitzung hatten Sandra Berger und Kerstin Liebl rund 850 Unterschriften, die sie für Erhalt und Sanierung des Bades gesammelt hatten, an Bürgermeister Hubert Fischer übergeben. Sie betonten, dass sie die Sanierung des Nichtschwimmerbeckens für sehr bedeutend halten. In der Sitzung des Rates folgte dann eine kontroverse Diskussion. Verfolgt wurde die Debatte von zahleichen Zuhörern, darunter auch etliche Mitglieder des Freibad-Fördervereins.

Bürgermeister Fischer betonte noch einmal, dass ein „einfaches Flicken“ des Nichtschwimmerbeckens nicht sinnvoll sei. Der Vorschlag der Stadt sei die „wirtschaftlich beste Alternative“. Dieter Behrends (CSU) meinte, dass die Krumbacher Sanierung nicht mit der Badsanierung in Mindelheim verglichen werden könne. Dort gebe es Pläne für eine Neugestaltung des Bades in ein bis zwei Jahren. Für rund 5,5 Millionen Euro. Wichtig sei, dass die Planung für das neue Krumbacher Nichtschwimmerbecken auf die Belange von Kindern und Senioren gleichermaßen ausgerichtet sei.

Klemens Ganz (Fraktionsvorsitzender der UFWG) sprach mit Blick auf die 2,1 Millionen Euro von einem „harten Brocken“. Aber Krumbach als kinder- und familienfreundliche Stadt brauche ein attraktives Bad. Das Freibad solle ein „Aushängeschild“ bleiben.

Welche Überlebenschancen hat ein „Rumpfbad“?

Albert Kaiser (JW/OL) hielt das von der Stadt vorgeschlagene Konzept für schlüssig. Edelstahl sei die wirtschaftlichste Lösung, die sich auch in Weißenhorn bewährt habe. Ohne ein attraktives Nichtschwimmerbecken hätte das Bad als „Rumpfbad“ keine Überlebenschance. Wichtig sei ein solches Becken für Kinder, die dort schwimmen lernen und ältere Menschen gleichermaßen.

Christoph Helmes (Fraktionsvorsitzender der SPD) betonte, dass „niemand gegen das Bad“ sei. Aber es gelte, nach einer kostengünstigen Alternative im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten der Stadt zu suchen. Bei dem Vergleich Edelstahl/ Folie seien zwei ähnlich teure Lösungen, aber nicht eine wirklich andere Variante präsentiert worden. Er verwies auf die Worte der Initiatorinnen der Unterschriftenaktion, die eine Sanierung des Nichtschwimmerbeckens wollen, denen es aber nicht um kostspielige Attraktionen gehe. Er ging davon aus, dass eine Sanierung mit einer Folie auch für ein paar Hunderttausend Euro machbar sein könnte und dann etwa 15 Jahre halte. Helmes. „Wir haben uns sehr schnell in Alles oder Nichts verrannt.“ Die Vorlage der Stadt sei für eine weitreichende Entscheidung zu wenig.

Ähnlich wie Helmes argumentierte auch Dr. Marcus Härtle (UFWG). Bei der Vorstellung der Planung seien keine verschiedenen Wege aufgezeigt worden. Er verwies auf die finanziell angespannte Lage der Stadt. Mit einem „Magengeschwür“ werde er aber schließlich doch zustimmen.

Für Diskussionen sorgte die vor einigen Wochen von Härtle genannte Zahl von 3,5 Millionen Euro, die die Sanierung mit Zinsen eingerechnet kosten könne. Härtle kam nun noch einmal durchgerechnet auf rund drei Millionen. Bei den von Albert Kaiser vorgelegten Zahlen waren es 2,75 Millionen. Dieter Behrends kam auf 2,8 Millionen.

Von Ursula Bader initiierte Spendenaktion

Ursula Bader CSU teilte mit, dass bei der von ihr am Rosenmontag initiierten Spendenaktion für das Nichtschwimmerbecken bereits rund 2000 Euro zusammengekommen seien. Auch der Bürgermeister habe einen beachtlichen Betrag gespendet. Ein symbolischer Betrag wurde noch während der Sitzung von CSU-Stadtrat Gerhard Ringler an Albert Kaiser, der auch Vorsitzender des Bad-Fördervereins ist, übergeben. Am Ende sprach sich die Mehrheit des Stadtrates gegen die Stimmen der SPD-Fraktion für den Entwurf der Stadt aus. „Jetzt zeigt sich, wer für und wer gegen das Bad ist“, meinte Bürgermeister Fischer. Helmes wies dies zurück und nannte Fischer einen „Polemisierer“.

aus Mittelschwäbische Nachrichten, DIENSTAG, 19. MÄRZ 2013