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Leserbriefe

An den Zuständen nicht viel geändert

Der damalige Stadtrat Ludwig Faist auf dem Dreimeterbrett während der offiziellen Eröffnung des Krumbacher Freibades 1962. - Foto: MN-Arc

Zum Artikel „Ist Null auch wirklich Null?“ vom 6. März:

Beim Lesen des Beitrages in der MN über die Stadtratssitzung habe ich mich an die Worte erinnert, die mein guter Freund Ludwig Faist wiederholt zu mir gesagt hat. Vor fast 50 Jahren ist Ludwig Faist, der größte Fabrikant Krumbachs, aus dem Krumbacher Stadtrat ausgetreten. Seine Begründung teilte er damals mit folgendem Satz mit: „Diesem Brezenmarkt = Krumbacher Stadtrat, möchte ich nicht mehr länger angehören. Dafür ist mir meine Zeit zu schade!“ Meines Erachtens hat sich an den Zuständen von damals nicht viel geändert, sonst wären die Mitglieder des Stadtrats nach über zwei Stunden Beratung über den Haushalt nicht ohne Ergebnis nach Hause gegangen.

Stattdessen nutzte man die kostbare Zeit für gegenseitige Vorwürfe und kam immer zu den gleichen Antworten. Eine sachliche Diskussion geht meist unter, weil sich die Räte lautstark ins Wort fallen.

In diesem Zusammenhang sei auch betont, dass Architektenwettbewerbe für Bauprojekte wie Stadtsaal und Mittelschule angebracht wären. Dies betrifft nur eine Position des Haushaltsplanes. Wenn die folgenden Sitzungen auch so chaotisch verlaufen wie die von Frau Antosch beschriebene, dann gute Nacht Krumbach.

Albert Wieser
Krumbach

aus Mittelschwäbische Nachrichten, DONNERSTAG, 14. MÄRZ 2013


Mut zu einer positiven Entscheidung

Groß war die Beteiligung am Late-Night-Schwimmen zum 50-jährigen Bestehen des Freibades im Jahr 2012. - Archivfoto: Stefan Reinbold

Zu den Berichten über die geplante Sanierung des Krumbacher Freibades, zuletzt „Wer sammelt Unterschriften fürs Freibad?“ vom 8. März:

Nachvollziehbar hat sich der Stadtrat zu dem Thema Stadtbadsanierung angesichts der hohen Sanierungskosten eine Denkpause verordnet. Ich wünsche den Stadträtinnen und -räten in der Abstimmung am Montag so viel Mut, wie sie die Gründungsväter des Freibades zeigten, als sie in sicherlich auch schwierigen Zeiten dieses Freibad errichteten. Jeder Häuslebauer oder Häuslesanierer weiß, dass solche Investitionen nur über langfristige Finanzierungen zu stemmen sind. Billiglösungen wie die Beschränkung auf eine Beckenkopfsanierung halte ich für den falschen Weg, führen sie doch dazu, dass Geld letztlich zweimal ausgeben wird, um zu einem vernünftigen Ergebnis zu kommen. Besser einmal richtig Geld in die Hand nehmen und die Sache richtig machen. Zumal das Geld gut verwendet ist. Denn wer sind denn die Hauptnutzer des Bades? In erster Linie sind es die Kinder, Jugendlichen, Familien. Gerade für die unter Bewegungsmangel leidenden Kinder und Jugendlichen ist das Freibad eine wichtige Einrichtung, in der sie Spaß haben und sich austoben können. Insgesamt würde das in der Bevölkerung weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannte und beliebte Krumbacher Freibad weiter an Attraktivität gewinnen, was sich in höheren Besucherzahlen niederschlagen wird. Sicherlich lassen sich damit die Investitionskosten nicht kompensieren. Dennoch muss die Gesundheit der Bevölkerung, insbesondere der Kinder und Jugendlichen jede Anstrengung wert sein. Auch wenn andere Projekte anstehen, meine ich: Das eine tun und das andere nicht lassen. Noch nie waren die Finanzierungsbedingungen günstiger als jetzt. Also Mut zu einer positiven Entscheidung.

Leonhard Schmid,
Billenhausen

aus Mittelschwäbische Nachrichten, DONNERSTAG, 14. MÄRZ 2013