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Freibadsanierung: Mehrkosten vom Stadtrat gebilligt

Sitzung Stadt geht von 2,3 Millionen Euro Kosten aus, 200000 Euro mehr als bisher. Freibadsaison könnte doch bis Mitte September laufen

So sah es vor über 50 Jahren aus: Neubau des Nichtschwimmerbeckens Anfang der 60er-Jahre. Foto: MN-Archiv

VON PETER BAUER

Krumbach Rund 2,1 Millionen Euro waren ursprünglich für die Sanierung des 1962 eröffneten Krumbacher Freibades (Nichtschwimmerbecken, Technik) veranschlagt. Nach den jüngsten Berechnungen der Krumbacher Stadtwerke muss jetzt mit 2,3 Millionen Euro gerechnet werden. Am Montagabend hatte der Krumbacher Stadtrat über die Bewilligung der Mehrkosten zu entscheiden. Mit 13:5 Stimmen signalisierte er schließlich sein Einverständnis.

Geplant war ursprünglich, dass die Sanierungsarbeiten Anfang September beginnen sollten. Bürgermeister Hubert Fischer hält es allerdings für denkbar, dass es erst Mitte September losgeht und damit die Badesaison auch im Jahr 2013 wie in anderen Jahren u?blich Mitte September ihren Abschluss finden könnte. Auf MN-Anfrage nach der Sitzung meinte er, dass die Arbeiten bis zum Beginn der neuen Saison 2014 abgeschlossen werden könnten. Aber das hänge natürlich maßgeblich von den Witterungsbedingungen ab. Der Mehrkosten würden, so Fischer im Bereich der Bauarbeiten anfallen. Bei der Wassertechnik liege man unter der Schätzung. Ein weiteres Hinauszögern der Arbeiten mache keinen Sinn.

Bei der Kostenentwicklung werden auch die Schwankungen des Marktes spürbar. Viele der Anfang der 60er-Jahre gebauten Bäder sind in die Jahre gekommen“ und müssen saniert werden. Die Konjunktur ziehe in diesem Bereich an, sagt Fischer.

In Krumbach war die Sanierung des Freibades in den vergangenen Monaten wiederholt auf der Tagesordnung. In einer Sondersitzung des Stadtrates ging es nun um die anfallenden Mehrkosten fu?r die Freibadsanierung. So stehen in Krumbach jetzt 2,3 Millionen Euro statt der zunächst erwarteten 2,1 Millionen Euro im Raum. Im sogenannten Vermögensplan der zuständigen Stadtwerke soll daher über die ursprünglich kalkulierten 2,1 Millionen Euro hinaus im Jahr 2014 eine Darlehensaufnahme von weiteren 200 000 Euro einkalkuliert werden. Die Mehrheit des Krumbacher Stadtrates stimmte schließlich zu, insgesamt 2,3 Millionen Euro bereitzustellen.

Die Abstimmung folgte einer kontroversen Diskussion. Zweiter Bürgermeister und CSU-Fraktionsvorsitzender Gerhard Weiß sprach von „heißen Zahlen“. Aber diese seien sachlich geprüft worden. Ein „reduziertes“ oder gar geschlossenes Freibad könnte keine Alternative sein.

Ähnlich sah dies 3. Bürgermeister Dr. Josef Langenbach (UFWG). Mit Blick auf die Mehrkosten sprach er von „zusammengebissenen Zähnen“. Er hoffe, dass es keine weiteren negativen Überraschungen gebe.

Der SPD–Fraktionsvorsitzende Christoph Helmes bedauerte die Kostenentwicklung. Man habe sich aber leider für einen Teilneubau und nicht für eine echte Sanierung entschieden. Unter Umständen sei die jüngste Entwicklung nicht das Ende der Fahnenstange. Die SPD könne der von der Stadt geplanten Vorgehensweise nicht zustimmen.

Mehrkosten seien nie erfreulich, sagte auch der JW/OL-Fraktionsziehe vorsitzende Johann Geiger. Aber was passiere, wenn das Bad nicht mehr „hält“? Er sei dafür, so schnell wie möglich zu handeln.

Kritische Worte sprach UFWGStadtrat Dr. Marcus Härtle. Er habe den Eindruck, den Stadträten werde „das Messer auf die Brust gesetzt“. Bürgermeister Hubert Fischer wies dies zurück. Bereits im Juni 2012 sei auf die Probleme im Freibad hingewiesen worden. Härtle betonte, auch die anfallenden Zinsen (862 000 Euro) im Auge zu behalten.

Am Ende gab es für die von den Stadtwerken vorgeschlagene Vorgehensweise aber eine klare 13:5-Mehrheit. Die anfallenden Mehrkosten von 200 000 Euro wurden gebilligt.

Eine neue Breitwellenrutsche

Im Zuge der Arbeiten soll unter anderem das Nichtschwimmerbecken neu gestaltet werden. Vorgesehen ist dabei auch eine neue Breitwellenrutsche (Kosten rund 60 000 Euro). Diese soll durch Spenden finanziert werden. Hier wiederum ist der Förderverein für das Freibad federführend. Angesichts der lang anhaltenden Hitze haben sich die Besucherzahlen im Bad offenbar solide entwickelt. Man liege bislang bei über 50000 Besuchern, sagt Bürgermeister Fischer. Er rechnet damit, dass der langjährige Durchschnitt von rund 75000 Besuchern erreicht werden könnte. Im vergangenen Jahr waren es rund 60 000 Besucher, im Rekordsommer 2003 lag die Zahl bei 124 000 Besuchern.

aus Mittelschwäbische Nachrichten, MITTWOCH, 07. AUGUST 2013


Das Krumbacher Freibad

  • Bau Die Arbeiten für das Krumbacher Freibad begannen bereits am 20. Februar 1961. Der Badebetrieb wurde am 30. Juni 1962 eröffnet.
  • Kosten Rund 800 000 Mark. Zur Finanzierung war ein Förderverein gegründet worden. An Spenden kamen rund 190 000 Mark zusammen.
  • Besucherzahlen Sie lagen in den vergangenen drei Jahren bei rund 60 000. Im Rekordsommer des Jahres 2003 kamen circa 124 000 Besucher.
  • Sanierungspläne Die Stadt Krumbach rechnet jetzt mit Kosten von insgesamt rund 2,3 Millionen Euro (ursprünglich waren es 2,1 Millionen) fu?r die Erneuerung der Technik und ein neues Nichtschwimmerbecken aus Edelstahl mit neuen Attraktionen wie etwa einer Breitrutsche. Der größte Teil der Kosten würde über Kredit finanziert, der Krumbacher Freibad- Förderverein möchte die Breitrutsche (rund 60 000 Euro) durch Spenden finanzieren. (pb)

aus Mittelschwäbische Nachrichten, MITTWOCH, 07. AUGUST 2013