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Mitten im Winter Hochbetrieb im Freibad

Modernisierung - Das neue Nichtschwimmerbecken nimmt bereits Konturen an. Wenn alles glatt läuft, könnte das runderneuerte Bad im Mai eröffnet werden

VON MANFRED KELLER

Das Krumbacher Freibad ist derzeit eine riesige Baustelle, aber die Konturen des neuen Nichtschwimmerbeckens sind bereits deutlich sichtbar. Bei einem Ortstermin machten sich Sponsoren und Förderer des Bades ein Bild vom Fortschritt der Arbeiten, die gut im Zeitplan liegen. Foto: Manfred Keller

Krumbach Es herrscht Hochbetrieb im Krumbacher Freibad! Aber nein, es sind natürlich keine Badegäste, die derzeit werktäglich im Freibadareal an der Raunauer Straße zugange sind. Vielmehr widmen sich Planer, Handwerker und Bauarbeiter bereits seit geraumer Zeit dem Großprojekt mit dem Arbeitstitel: „Neubau des Nichtschwimmerbeckens und Erneuerung der gesamten Bade- und Filtertechnik“. Rund 2,3 Millionen Euro werden investiert. „Mit den Arbeiten liegen wir im Zeitplan“, sagt Werkleiter Dietmar Müller auf Anfrage unserer Zeitung. Ein Eröffnungstermin Ende Mai sei realistisch. Wenn das Wetter mitmache und ein massiver Wintereinbruch ausbleibe, könne das modernisierte Bad eventuell gar schon Mitte Mai eröffnet werden.

Über den Verlauf der Arbeiten informierte sich vor Ort der Förderverein für das Freibad. Dem Vorsitzenden Albert Kaiser war es beim Stadtbadtreff ein besondere AnlieNamentgen, „Freibadfreunden, tatkräftigen Sponsoren und fleißigen Helfern“ Danke für ihre vielfältige Hilfe zu sagen. Immerhin habe der Förderverein dank seiner Aktivitäten schon 70 000 Euro zweckgebundene Fördermittel gesammelt. Kaiser: „Damit können wir die neue Breitwellenrutsche (mit einem neuerdings reduzierten Kostenrahmen von 42 000 Euro) finanzieren, ebenso werden noch 20 neue Sitzbänke beschafft, die dann rund um das neue Nichtschwimmerbecken aufgestellt werden.

Krumbachs Bürgermeister Hubert Fischer seinerseits bedankte sich bei allen, die sich für den Erhalt des Freibades einsetzen und dessen Attraktivität fördern. Fischer: „Ohne Freibad wäre Krumbach ein Stück ärmer ...“. Anhand von Bildern, Plänen und nicht zuletzt beim Baustellenrundgang selbst ließen Stadtwerke-Leiter Dietmar Müller, Harri Gassner vom Krumbacher Stadtbauamt und Schwimmmeister Markus Sauer die Planungs- und Baugeschichte bis dato Revue passieren. So manches war in den letzten fünf Jahrzehnten zuvor im Bad sukzessive erneuert worden. Neues Planschbecken, neuer Edelstahlrand („Kopf“) für das große Schwimmerbecken, neue Wärmepumpenheizung und Duschen.

Doch ein Großteil der Wassertechnik ist so alt wie das Freibad (Baujahr 1962) selbst – und buchstäblich in die Jahre gekommen. Ebenso wie das Nichtschwimmerbecken. Das seit den Gründertagen mit einer Folie ausgekleidete Becken glich zuletzt immer mehr einem Flickenteppich, Reparaturen wurden immer schwieriger und kostenintensiver.

Eine neue Breitwellenrutsche

Letztlich entschied sich die Stadtratsmehrheit für ein neues Nichtschwimmerbecken aus Edelstahl. Versehen mit zahlreichen Attraktionen wie neuer Breitwellenrutsche, Massagedüsen oder auch Schaukelbucht. Zum Neuen kommt aber auch noch das Erneuern: Namentgenlich die Filtertechnik für den gesamten Badebetrieb und das umfangreiche Leitungsnetz sind auszutauschen. Das alles hat seinen Preis. Immerhin stehen nach Ausschreibung 2,3 Millionen Euro zu Buche. Das Finanzierungskonzept sieht eine Darlehensaufnahme vor, die Kreditaufnahme erfolgt durch die Stadtwerke, zur Abfinanzierung des Projekts wird der städtische Verwaltungshaushalt belastet.

Noch vermittelt das gesamte nördliche Areal des Freibades das Bild einer Großbaustelle, wenngleich wesentliche Bauteile (zum Beispiel Schwallwasserbehälter, Badewasser- und Filtertechnik) bereits tief im Erdreich vergraben sind. Konturen zeigt schon deutlich das Edelstahl-Nichtschwimmerbecken.

Begünstigt durch den bislang milden und schneearmen Winter gingen die Arbeiten zügig voran. Stadt und Baufirmen hoffen auf einen weiterhin komplikationsfreien Baufortschritt – mit Fertigstellung zum Freibadstart der Sommersaison 2014.

Freibadgeschichte

  • Badeanstalt
    Um dem Bedürfnis einer öffentlichen Badeanstalt abzuhelfen, entschließt sich der Krumbacher Magistrat im Jahr 1916 die schon zuvor von Ludwig Ibele betriebene private Badeanstalt an der Brunnenstraße abzukaufen. Nach dem Ausbau der primitiven Anlage wird dann am 22. Juni 1924 das „neue Stadtbad“ an der Kammel eröffnet. Mehrfach muss in den Folgejahren das Bad zufolge Verunreinigung der Kammel geschlossen bleiben.
  • Neubau
    Im September 1960 fasst der Stadtrat unter Bürgermeister Franz Aletsee den Beschluss, ein neues Freibad zu bauen. Im Februar 1961 beginnen die Bauarbeiten und am 5. August 1962 wurde das neue Krumbacher Freibad an der Raunauer Straße offiziell eröffnet. Die Stadt investiert einen hohen Betrag in die neue Anlage. Die Gesamtkosten liegen bei rund 800 000 Mark. Die Badelandschaft ist bis heute ein Vorzeigeprojekt der Stadt. Die weitläufige Anlage mit Schwimmerbecken, Nichtschwimmerbecken, dem Gastronomiebetrieb mit Sonnenterrasse und weitläufigen Liegewiesen wird im Laufe der Jahre durch neue Besonderheiten ergänzt und bereichert: Erlebnisrutsche, Kinderspielplatz und Planschbecken, Grillplatz, Beachvolleyballfeld – und weitere technische Neuerungen. Ein 2010 gegründeter „Förderverein Freibad Krumbach“ unterstützt das Freibad aktiv.
  • Modernisierung
    Derzeit wird das Bad für rund 2,3 Millionen Euro modernisiert. Neu gestaltet wird das Nichtschwimmerbecken, modernisiert wird die Wassertechnik. (k)

aus Mittelschwäbische Nachrichten, DIENSTAG, 4. FEBRUAR 2014