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Da ist das Ding

Einweihung - Der Rettungsturm im Krumbacher Freibad ist fertig. Ursula Bader übergibt ihn am Samstag mit einer besonderen Aktion an die Stadt: Sie stürzt sich vom Drei-Meter-Turm

VON ANDREAS LANGER

Krumbach Gerade einmal vier Grad warm war das Wasser in dem kleinen Planschbecken am Krumbacher Marktplatz. Doch Ursula Bader harrte im Oktober 2014 trotzdem eine Dreiviertelstunde darin aus, um die Besucher der Lichternacht zu Spenden für einen Rettungsturm im Freibad zu bewegen. Jetzt, eineinhalb Jahre später, steht der Turm – und Ursula Bader macht wieder Bekanntschaft mit kaltem Wasser.

"Da ist das Ding“: Angesichts der verschiedenen Wendungen beim Bau des Rettungsturms wird sich vielleicht so mancher an den Spruch von Ex-Bayern-Torwart Oliver Kahn beim Gewinn diverser Trophäen erinnern. Nun heißt es aber vor allem: Ende gut, alles gut und ein wenig „Baywatch“-Feeling im Freibad: Der neue Rettungsturm macht sich gut. Von hier hat das Aufsichtspersonal einen guten Blick auf beide Becken. Im Fall eines Notfalls kann auch direkt im Turm Alarm ausgelöst werden. Foto: Andreas Langer

Als Höhepunkt einer kleinen Einweihungsfeier am Samstag, 30. April, will die Projektinitiatorin nämlich vom Drei-Meter-Turm ins Schwimmerbecken des Bades springen. Und das kann derzeit noch nicht so ganz mit der gewohnten Wassertemperatur aufwarten: Denn das Nass im Freibad wird mit einer Wärmepumpe beheizt, die der Kammel Wärme entzieht. Nur: Die Kammel ist nach den vergangenen frostigen Tagen schlichtweg zu kalt.

Doch davon lässt sich Ursula Bader nicht abhalten. Der Rettungsturm ist schließlich durch und durch ihr „Baby“. Sie hat das Projekt initiiert und unermüdlich Spenden dafür gesammelt: Bei der Lichternacht 2014, als sie gemeinsam mit Helferinnen der Wasserwacht „Krumbacher Schwimmwasser“ verkaufte und sang, solange es die Stimme hergab. Bei einer Haussammlung in der Kammelstadt, aber auch bei den Geschäftstreibenden der Stadt und den Mitgliedern der Werbegemeinschaft. Zudem kam der Erlös vom Stollenverkauf beim Plätzlesmarkt 2014 dem Rettungsturm zugute, der Förderverein Freibad steuerte eine beträchtliche Summe bei und einige er ausführenden Firmen bei der Realisierung verzichteten auf ihre Arbeitskosten und berechneten nur das Material. Ein stattlicher Teil der Anschaffungskosten stammt aber von den Bürgern der Stadt. Nicht umsonst wandelte Ursula Bader bei der Lichternacht 2014 den Song „Ein Stern“ in „Ein Rettungsturm, der Euren Namen trägt“ um.

Optisch fügt sich der von Architekt Jochen Jakob geplante, rund vier Meter hohe und in Holzbauweise gefertigte Turm jedenfalls gut ein und sorgt sogar für ein wenig „Baywatch“-Feeling im Freibad. Als Standort wurde der Bereich direkt neben der Treppe zum Schwimmerbecken gewählt. Von hier hat das Aufsichtspersonal einen guten Blick auf beide Becken. Im Fall eines Notfalls kann auch direkt im Turm Alarm ausgelöst werden.

Auf welche Summe sich die Kosten letztendlich belaufen, steht derzeit noch nicht ganz fest – über 20000 Euro werden es aber wohl werden. In diesen Tagen erhält der Turm noch Glasscheiben und Blumenschmuck und damit den letzten Feinschliff für die Einweihung am Samstag, mit der Ursula Bader „ihren“ Turm an die Stadt übergibt. Um 15 Uhr sprechen zunächst Werbegemeinschafts-Vorsitzende Christa Striegel, Ursula Bader und Bürgermeister Hubert Fischer Grußund Dankesworte, ehe die Initiatorin dann vom Drei-Meter-Turm ins Schwimmerbecken springt. Ob Hubert Fischer ihrem Beispiel folgt, ist momentan noch in der Schwebe. Der kleine Festakt ist übrigens nicht nur für geladene Gäste gedacht, auch alle Interessierten sind herzlich willkommen.

Vier Grad betrug die Wassertemperatur in dem Planschbecken, in dem Ursula Bader im Oktober 2014 Platz nahm, um Spenden für den Rettungsturm zu sammeln. Jetzt steht der Turm im Krumbacher Freibad. Foto: Monika Leopold-Miller

aus Mittelschwäbische Nachrichten, DONNERSTAG, 28. APRIL 2016